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Antirassismustrainings für Jugendliche mit Elementen des Social Justice-Trainings

Ziel der Trainings

Jugendliche für das Thema Rassismus mit all seinen Erscheinungsformen zu sensibilisieren und demokratische Handlungsoptionen einzuüben.

Zielgruppe

Jugendliche im Alter zwischen 16 und 22 Jahren. Die Jugendlichen werden durch die Kooperation mit Schulen und anderen Vereinen erreicht. Zudem werden die Trainings auch mit Jugendlichen, die den Jugendtreffpunkt Stollenpark besuchen, angeboten.

Durchführung und Umfang des Trainings

Die eintägigen Trainings umfassen 8 Unterrichtsstunden á 45 Min. Außerdem besteht die Möglichkeit Workshops von 2-4 Stunden zu buchen. Es werden Inputs zu den Themen Rassismus, Diversität etc. gegeben. Große Gruppen (z. B. Schulklassen) werden aufgeteilt, so dass pro Training nicht mehr als 15 Personen teilnehmen. Die Trainings werden an Schulen, Jugendzentren und in Migrantenselbstorganisationen von erfahrenen Trainerinnen und Trainern durchgeführt. Für die Teilnehmenden entstehen keine Kosten.

Inhalt

Der Begriff Social Justice kommt aus den USA. Schwerpunkt des Social Justice-Trainings ist es, soziale Gerechtigkeit und die Anerkennung von Verschiedenheit zu vermitteln. Ausgangspunkt der Trainings ist die Annahme, dass Menschen Täter/innen und Opfer zugleich sind und dass es wichtig ist, Aspekte wie die Komplexität, die Institutionalisierung und die Geschichte von Strukturen gesellschaftlicher Unterdrückung und Diskriminierung zu analysieren. Ein wichtiges Ziel ist es, die demokratischen und politischen Handlungskompetenzen der Teilnehmenden zu erweitern.

Hintergrund

Aus der Jugendarbeit wissen wir, dass Diskriminierungsstrukturen unter Jugendlichen verbreitet sind und rassistische Stereotype auch der eigenen Identitätsorientierung dienen. Mit dem Social Justice-Training, bei dem hier besonders der antirassistische Aspekt betont wird, sollen diese Sicht- und Denkweisen hinterfragt werden, ohne moralisch und überlegen zu wirken.

Ansätze/Methode

Neben der Arbeit mit gruppendynamischen und Selbstreflexionsübungen wird viel Raum für Diskussion und Wahrnehmung unterschiedlicher Positionen gelassen.

In den Trainings soll die jüdisch-dialogische Methode Mahloquet angewendet werden. Diese Methode setzt auf Pluralität, also auf verschiedene Sichtweisen, die nebeneinander bestehen bleiben sollen. Mahloquet verlangt die Fähigkeit, Selbstverständlichkeiten des eigenen Lebens in Frage zu stellen und zu reflektieren.

In den Trainings steht Rassismus im Zentrum. Wichtig ist hierbei nicht nur die Sicht der Opfer. Zudem sollen die Jugendlichen auch auf die privilegierte Seite des Weiß-Seins aufmerksam werden. Durch die Methoden und Ansätze sollen die Jugendlichen zum einen in Bezug auf Rassismus sensibilisiert und zum anderen in kritischem Denken gefördert werden.

Literaturtipp

Antirassismus und Social Justice. Materialien für Trainings mit Jugendlichen, Düsseldorf 2010
Herausgeber: Stephan Bundschuh/Birgit Jagusch

Der Reader dokumentiert das Projekt „Antirassismusarbeit für Jugendliche mit Elementen des Social Justice-Trainings", welches von IDA e. V. und dem Planerladen e.V. durchgeführt wurde. Ziel des Readers ist es, Anregungen für die außerschulische Jugendarbeit zu geben, wie in Trainings mit Jugendlichen Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung thematisiert und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden können. Damit verbindet der Reader eine Einführung in das Konzept der Social Justice Trainings mit Übungen, die aus dem Bereich der Antirassismuspädagogik stammen.
Als Praxishilfe für die Jugendarbeit finden sich neben der Evaluation des Projekts und der Train-the-TrainerIn-Ausbildung zum/r Social Justice TrainerIn auch zahlreiche Texte und ausführliche Beschreibungen von Übungen, die in der Jugendarbeit eingesetzt werden können.

Der Reader ist als pdf-Datei -> hier zum Download verfügbar.




Kontakt

Planerladen e.V.
Tel. 0231 / 88 20 700
E-Mail: info@planerladen.de

Ansprechpartner

Ali Şirin