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25. September 2018

Bürgerforum „Nord trifft Süd“: Engagement von Roma-Akteurinnen und Akteuren in Dortmund

Die Veranstaltungsreihe Bürgerforum „Nord trifft Süd“, die im Herbst 2011 von Planerladen e.V. und Auslandsgesellschaft NRW e.V. initiiert wurde, hat sich in Dortmund etabliert und ist zur Tradition geworden. Am 20.9.2018 fand das 20. Bürgerforum im Rahmen des Dortmunder Djelem Djelem-Festivals in der Auslandsgesellschaft NRW statt. Über 40 Gäste folgten der Einladung.

Im Rahmen der Foren wird Engagement von Menschen aus verschiedenen Stadtteilen vorgestellt und die Internationalität in Dortmund sichtbar gemacht. Die Veranstaltungsreihe gibt zum einen Bürgern die Chance, alltägliche und besondere Projekte in Dortmund kennen zu lernen. Menschen unterschiedlichster Herkunft kommen in lockerer Runde ins Gespräch und erfahren mehr über die Kultur des Zusammenlebens in der Stadt. Zum anderen ermöglicht das Bürgerforum Begegnungen von Menschen aus unterschiedlichen Stadtteilen, die sich engagieren und dieselben Interessen teilen. So entstehen Kontakte über die Stadtteilgrenzen hinweg und die Solidaridät in der Stadtgesellschaft wird gestärkt.

Das Thema des 20. Bürgerforums war das Engagement von Romnija und Roma und des Vereins Romano Than. Romnija und Roma spiegeln die Internationalität Dortmunds wider. Oft wird in den Medien über Roma ein negatives Bild übermittelt und deren Engagement in der Gesellschaft, Erfolge in der Berufswelt, im Kunst- und Kulturbereich leider ausgeblendet. Im letzten Bürgerforum wurden engagierte Persönlichkeiten aus der Roma-Community eingeladen, um über ihr Engagement im selbstgegründeten Verein Romano Than zu berichten und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Eingeladen waren die Vorsitzenden vom Verein Romano Than Elena Preduca, Hassan Adzaj und Björn Bauerfeind, Mitglied von Romano Than und AWO-Mitarbeiter. Moderiert wurde das Bürgerforum vom WDR-Journalisten Kay Bandermann.

Alle drei berichteten von ihrem Engagement für den Verein Romano Than, der vor zwei Jahren gegründet wurde. Der noch junge Dortmunder Verein Romano Than (Haus der Roma) strebt als Selbsthilfeorganisation Bildungs- und Beschäftigungsprojekte an, um über die Lage der Roma in Dortmund und Europa aufzuklären, gegen Diskriminierung anzugehen und Integration zu fördern. Derzeit bietet Romano Than e.V. bereits ehrenamtlich soziale Beratungen auf Romanes an – beispielsweise zu den Themen Wohnungssuche, Mietverträge, Ausländerrecht, Arbeitssuche.

Elena Preduca berät und begleitet Roma-Familien bei Behördengängen. Sie arbeitet für das Jugendamt und ist eine wichtige Ansprechperson für die Roma-Community. In der Diskussionsrunde machte sie darauf aufmerksam, dass die Situation der Roma trotz einiger Verbesserungen immer noch von rechtlicher Unsicherheit, Armut und Diskriminierung geprägt ist. Nicht wenige Roma sind von Abschiebungen betroffen, obwohl ihr Lebensmittelpunkt in Deutschland ist.

Hassan Adzaj hat als Vorsitzender viel zu tun. Auch er hilft bei Behördengängen, Übersetzungen und familiären Problemen. Eigentlich ist er von Beruf Koch, doch durch sein jahrelanges Engagement ist er nun im sozialen Beruf aktiv. Er arbeitet für Grünbau als Concierge in der Mallinckrodtstr. 55 – ein Sanierungsprojekt, in dem viele Roma-Familien wohnen. Seine Familie, die seit mehreren Jahren in Deutschland lebt, sei ein Musterbeispiel für gelungene Integration nach anfänglichen Schwierigkeiten. Alle aus seiner Familie seien mittlerweile fest angestellt und gingen einer regulären Beschäftigung nach. Jetzt engagiert er sich, um anderen zu helfen.

Thomas Bauerfeind arbeitet für die AWO und ist für die Integration von Neuzuwanderern zuständig. Er berät und begleitet mit seinen Kolleg/innen die Menschen bei bürokratischen Problemen.

Nach der Vorstellung der drei Engagierten wurde über das langfristige Projekt des Vereins Romano Than diskutiert. Eine Anlaufstelle für den Verein soll in Dortmund geschaffen werden.  In diesem geplanten Familien- und Kulturzentrum sollen viele Angebote, unterschiedliche Aktivitäten und der interkulturelle Austausch zwischen Roma und Nicht-Roma  stattfinden. Damit der Traum Realität wird, arbeitet der Verein gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern und dem Dezernenten Jörg Stüdemann intensiv daran, die Finanzierung zu ermöglichen.

Im Anschluss der Veranstaltung gab es ein geselliges Beisammensein. Das buntgemischte Publikum führte gute Gespräche und knüpfte Kontakte.  

Die Veranstaltungsreihe wird von der Migrations- und Integrationsagentur im Rahmen des Masterplans Migration/Integration der Stadt Dortmund unterstützt.